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Wie spreche ich mit einem Kreativen? Erfolgreiche Kommunikation in der Medien- und Agenturwelt

  • Autorenbild: Lisa Tobschall
    Lisa Tobschall
  • 28. Aug. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Sept. 2025


Frau die Schreit
Erfolgreiche Kommunikation ist kein „weiches“ Thema, sondern die entscheidende Produktivitätsressource in Agenturen und Medienhäusern.

Warum erfolgreiche Kommunikation die härteste Währung in der Kreativbranche ist

Kreativität lebt von Ideen – und doch sind Ideen allein wertlos. Erst durch Kommunikation werden sie geteilt, diskutiert, weiterentwickelt und umgesetzt.Gerade in der Kreativ- und Medienbranche, wo Teams aus Redakteur:innen, Designer:innen, Texter:innen, Projektmanager:innen und Kund:innen zusammenarbeiten, entscheidet die Qualität der Kommunikation über Erfolg oder Scheitern.


1. Was bedeutet „Erfolgreiche Kommunikation“?

1.1 Definition und Abgrenzung

Kommunikation umfasst alle Prozesse des Austauschs – verbal, nonverbal, schriftlich oder visuell. „Erfolgreich“ ist Kommunikation dann, wenn Botschaften verstanden, akzeptiert und in Handlungen übersetzt werden.

👉 Nach Schulz von Thun (2001) trägt jede Nachricht vier Botschaften:

  1. Sachinhalt – Was ich mitteile

  2. Selbstoffenbarung – Was ich von mir preisgebe

  3. Beziehung – Was ich vom anderen halte

  4. Appell – Wozu ich auffordern will

Missverständnisse entstehen dort, wo Sender und Empfänger unterschiedliche „Ohren“ haben. Erfolgreiche Kommunikation berücksichtigt diese Mehrdimensionalität.

1.2 Forschungsperspektive

  • Watzlawick (1969): „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ → Jedes Verhalten ist Kommunikation.

  • Mehrabian (1971): In Situationen mit widersprüchlichen Botschaften entscheidet nonverbale Kommunikation über die Wirkung (7-38-55-Regel).

  • Edmondson (1999): Psychologische Sicherheit ist Voraussetzung, damit Menschen offen sprechen und Risiken eingehen.

2. Erfolgreiche Kommunikation braucht Klarheit

2.1 Prinzip der Verständlichkeit

Laut Langer, Schulz von Thun & Tausch (1974) wird eine Botschaft verständlich, wenn sie:

  • Einfach (klare Sprache)

  • Strukturiert (logisch aufgebaut)

  • Prägnant (wesentlich statt ausschweifend)

  • Anregend (ansprechend und bildhaft) formuliert ist.

2.2 Praxisbeispiel in der Agentur

  • Vage: „Mach es irgendwie cooler.“

  • Klar: „Baue schnellere Schnitte ein und wähle eine treibende Musik.“

2.3 Nonverbale Dimension

Körpersprache und Tonfall sind nicht Beiwerk, sondern integrale Bestandteile. Forschungen (Burgoon, Guerrero & Floyd, 2016) zeigen: Nonverbale Signale regulieren Interaktionen, unterstreichen Inhalte oder können sie konterkarieren.

3. Offene Kommunikation als Vertrauensbasis

3.1 Transparenz und Mut

Offene Kommunikation bedeutet, auch unfertige Ideen oder Zweifel zu äußern. In der Kreativarbeit ist dies entscheidend, da Innovation oft aus halbfertigen Skizzen entsteht.

3.2 Ich-Botschaften statt Schuldzuweisungen

Nach Gordon (1970) stärken Ich-Botschaften die Selbstverantwortung:

  • „Ich fühle mich unsicher, wenn der Zeitplan unklar bleibt“statt

  • „Du erklärst das immer so schlecht“.

3.3 Aktives Zuhören

Rogers (1957) beschreibt aktives Zuhören als Technik, die Empathie und Verständnis fördert: Paraphrasieren, Nachfragen, Emotionen spiegeln.👉 Für kreative Teams heißt das: nicht vorschnell bewerten, sondern erst sicherstellen, dass man die Intention verstanden hat.

4. Systemische Beratung als Haltung in Teams

4.1 Grundannahmen

Die systemische Beratung (de Shazer & Berg, 1997) geht davon aus, dass Menschen Ressourcen und Lösungen bereits in sich tragen. Kommunikation dient hier dazu, diese sichtbar zu machen.

Prinzipien:

  • Ressourcenorientierung

  • Kontextbewusstsein

  • Zukunfts- und Zielorientierung

  • Ownership (Verantwortung bleibt beim Gegenüber)

4.2 Fragetypen als Kommunikationsbooster

  • Zielfrage: „Woran würden wir merken, dass diese Kampagne erfolgreich ist?“

  • Wunderfrage: „Stell dir vor, es wäre perfekt umgesetzt – was wäre sichtbar?“

  • Skalierungsfrage: „Wo stehen wir von 0–10? Was braucht es für eine 8?“

  • Ausnahmefrage: „Wann hat eine ähnliche Idee schon mal funktioniert?“

👉 Ergebnis: Statt vorschneller Ratschläge entsteht erfolgreiche Kommunikation durch Fragen, die Perspektiven öffnen.

5. Kooperative Teamkultur als Nährboden erfolgreicher Kommunikation

5.1 Project Aristotle (Google)

Zwischen 2012–2014 untersuchte Google über 180 Teams. Ergebnis: Der wichtigste Faktor erfolgreicher Teams ist Psychological Safety.

5.2 Amy Edmondson (1999)

Psychologische Sicherheit = „gemeinsame Überzeugung, dass das Team ein sicherer Ort für zwischenmenschliche Risiken ist.“

5.3 Praktiken in Kreativagenturen

  • Brainstormings ohne Zensur: Alle Ideen sind willkommen, Bewertung erfolgt später.

  • Sparring an unfertigen Konzepten: Feedback schon in der Rohphase.

  • Scheitern als Lernmoment: Formate wie „Fuck-up-Nights“ machen Fehler sichtbar und nutzen sie.

6. Mikro-Experimente: Erfolgreiche Kommunikation üben

Forschung zeigt: nachhaltige Verhaltensänderungen entstehen nicht durch Vorträge, sondern durch wiederholtes Üben im Alltag (Laloux, 2014).

👉 Konkrete Schritte für kreative Teams:

  • Jeden Tag eine systemische Frage stellen.

  • In Meetings eine Idee paraphrasieren, bevor man Feedback gibt.

  • Unfertige Ideen mutig teilen, statt sie zurückzuhalten.

  • Einmal täglich bewusst Unterstützung anbieten.

Fazit: Erfolgreiche Kommunikation ist das kreative Betriebssystem

Die Kreativ- und Medienbranche ist ein Hochgeschwindigkeitsumfeld. Hier entscheidet nicht nur, wie gut die Ideen sind, sondern vor allem, wie gut sie kommuniziert werden.

👉 Erfolgreiche Kommunikation bedeutet:

  • Klarheit statt Komplexität,

  • Offenheit statt Schweigen,

  • Fragen statt vorschneller Antworten,

  • Kooperation statt Einzelkämpfertum.

So entsteht die Kultur, in der Kreativität wirklich gedeihen kann. Buche jetzt Euer Kommunikationstraining mit NOOR und stärke die Zusammenarbeit in deinem Team.

Literatur & Quellen

  • Watzlawick, P. et al. (1969). Menschliche Kommunikation.

  • Mehrabian, A. (1971). Silent Messages.

  • Schulz von Thun, F. (2001). Miteinander reden.

  • Rogers, C. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change.

  • de Shazer, S. & Berg, I.K. (1997). Solution-Focused Brief Therapy.

  • Edmondson, A. (1999). Psychological Safety and Learning Behavior in Work Teams.

  • Laloux, F. (2014). Reinventing Organizations.

  • Burgoon, J.K., Guerrero, L.K., & Floyd, K. (2016). Nonverbal Communication.

 
 

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