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Zwischen Deadline und Dharma – Resilienz in der Medienbranche

  • Autorenbild: Lisa Tobschall
    Lisa Tobschall
  • 12. Nov. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Mala an Hand
Handle aus deiner Mitte heraus – das ist Yoga. Das ist Dharma. Das ist Führung.

Die Medienwelt ist laut. Schnell. Fordernd. Du musst präsent sein, kreativ denken, ständig liefern. Doch während du dich bemühst, alles am Laufen zu halten – Projekte, Teams, Erwartungen – spürst du manchmal, dass du innerlich still wirst. Nicht die gute, zentrierte Stille. Sondern die erschöpfte.

Es ist ein Widerspruch, den viele Führungskräfte in der Kreativ- und Medienbranche kennen: hoher Anspruch und schwindende innere Ruhe. Genau hier beginnt die Frage nach Dharma – und nach einer anderen Form von Resilienz.

Dharma und Deadline – Resilienz in der Medienbranche

„Dharma“ bedeutet im Buddhismus so viel wie der stimmige Weg, das, was Sinn und Richtung gibt. Er ist kein moralisches Gebot, sondern eine innere Ausrichtung: zu verstehen, was jetzt wirklich dran ist.

Im Gegensatz dazu steht die Deadline-Kultur unserer Zeit. Hier zählt, was schnell, laut und sichtbar ist. Dharma fragt: Was ist wesentlich? Deadline fragt: Was ist fertig?

Viele Führungskräfte in der Medienwelt leben in diesem Spannungsfeld – zwischen Kreativität und Kontrolle, Sinnsuche und Systemdruck. Sie fühlen sich zerrissen zwischen dem Wunsch, gute Arbeit zu machen, und der Realität, permanent verfügbar zu sein.

Ich kenne das gut. Bevor ich Coach und Trainerin wurde, war ich selbst in dieser Welt unterwegs – zwischen Design, Konzept und Kommunikation und auch heute arbeite ich mit Führungskräften, die sagen:

„Ich habe alles erreicht, was ich wollte – aber ich fühle mich innerlich leer.“

Resilienz ist kein dickes Fell

In vielen Unternehmen wird Resilienz in der Medienbranche noch immer missverstanden. Man glaubt, sie bedeute, mehr aushalten zu können.Doch wahre Resilienz bedeutet nicht, härter zu werden – sondern bewusster.

Im Buddhismus spricht man von „Gleichmut“ (Upekkhā) – einer inneren Ruhe, die nicht Gleichgültigkeit meint, sondern die Fähigkeit, mit dem zu sein, was ist. Diese Haltung ist das Gegenteil von emotionaler Abstumpfung.Sie entsteht aus Achtsamkeit, Mitgefühl und Selbstkenntnis – den drei Grundpfeilern jeder nachhaltigen Selbstführung.

Moderne Resilienzforschung bestätigt das: Menschen, die Krisen gut meistern, zeichnen sich nicht durch Stärke im klassischen Sinne aus, sondern durch Flexibilität im Denken, emotionale Selbstregulation und Sinnorientierung. Oder, um es mit den Worten der Bhagavad Gita zu sagen:

„Tue, was zu tun ist, und sei nicht von den Früchten deines Handelns abhängig.“ (2.47)

Schneller, lauter, leerer – die Dynamik der Medienwelt

Die Medien- und Kreativbranche lebt von Druck. Von Deadlines, Erwartungen, ständiger Erreichbarkeit. Von der Illusion, dass nur Geschwindigkeit und Performance zu Erfolg führen.

Doch hinter dieser Dynamik steckt oft ein kollektiver Erschöpfungszustand. In meinen Trainings beobachte ich immer wieder: Viele Führungskräfte sind hochengagiert, empathisch, kreativ – aber sie haben den Kontakt zu sich selbst verloren.

Das Nervensystem ist im Dauer-„On“-Modus, der Körper chronisch angespannt, die Gedanken kreisen um To-do-Listen und Verantwortung.Die Energie fließt nur noch nach außen – nie nach innen.

Hier beginnt der Bruch: Kreativität, Intuition und Führungskraft entstehen aus einem Zustand innerer Ruhe. Nicht aus Anspannung. Nicht aus Angst.

Dharma als Gegenpol: Führen im Einklang mit dem Wesentlichen

Dharma ist das Prinzip der Stimmigkeit.Es fragt nicht: Was bringt am meisten Applaus?Sondern: Was dient wirklich?

Für Führungskräfte bedeutet das:

  • Verantwortung nicht nur für Ergebnisse zu übernehmen, sondern für den Zustand, aus dem heraus sie entstehen.

  • Entscheidungen nicht nur nach Effizienz, sondern nach Klarheit und Integrität zu treffen.

  • Den Mut zu haben, innezuhalten – auch, wenn das System weiterrennt.

Buddha sagte:

„In der Mitte liegt der Weg.“

Das klingt einfach, ist aber die anspruchsvollste Führungsaufgabe unserer Zeit: Im Spannungsfeld von Wirtschaft und Menschlichkeit, von Kreativität und Kalkulation, immer wieder in die Mitte zurückzufinden. Zentral hierbei ist unsere Körperliche Mitte stark zu halten.

Mentale Gesundheit als Führungsqualität

Mentale Gesundheit ist längst kein Privatthema mehr. Sie ist eine Kernkompetenz von Führung – vor allem in der Medienwelt, wo Emotion, Druck und Geschwindigkeit sich ständig überlagern.

Resilienz-Trainings zeigen immer wieder: Wer gut führen will, muss zuerst lernen, sich selbst zu führen.Und das bedeutet:

  • Gefühle wahrnehmen, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen.

  • Den Körper ernst nehmen als Resonanzraum für Stress.

  • Stille und Reflexion als Führungsinstrument zu nutzen.

Wenn du als Führungskraft Ruhe ausstrahlst, schaffst du Sicherheit – und Sicherheit ist die Basis für Kreativität.Ein reguliertes Nervensystem führt besser.Nicht, weil es perfekt ist, sondern weil es präsent ist.

Yoga und Körperarbeit – Resilienz beginnt im Körper

In vielen Coachings beginne ich nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Körper. Weil jede Krise, jeder Konflikt, jede Überforderung zuerst dort spürbar wird.

Yoga – besonders Kundalini Yoga – bietet dafür kraftvolle Werkzeuge: Atmung, Bewegung, Mantra und Bewusstheit helfen, das Nervensystem zu regulieren.Sie schaffen Zugang zu innerer Energie, wenn das Denken feststeckt.

„Resilienz beginnt, wenn du wieder fühlst, dass du atmest.“

Yoga ist kein Entkommen aus dem Alltag, sondern eine Rückkehr zu dir selbst. Es bringt dich in Kontakt mit deinem Dharma – also mit der Kraft, die dich führt, wenn dein Kopf nicht mehr weiß, wie.

Kreativität und Bewusstsein – zwei Seiten derselben Medaille

Kreative Prozesse brauchen Raum. Doch in der Medienrealität fehlt genau dieser Raum.

Viele Ideen entstehen nicht im Meetingraum, sondern in der Pause, im Atemzug, im Nichtstun. In der Stille. Das ist kein Zufall.

Aus neurobiologischer Sicht aktiviert Stille das Default Mode Network – den Teil des Gehirns, der für Selbstreflexion, Intuition und kreative Verknüpfung zuständig ist. Oder, in Dharmasprache: Wenn du loslässt, öffnet sich Raum für Erkenntnis.

Kreativität ist ein Zustand des Vertrauens – nicht des Zwangs.Wer führen will, muss lernen, diesen Zustand zu kultivieren – bei sich und bei anderen.

Führung mit Bewusstsein: Vom „Ich muss“ zum „Ich darf“


Viele meiner Klient:innen in der Medienbranche berichten: „Ich habe verlernt, bei mir zu sein. Ich funktioniere – aber ich fühle nichts mehr.“

Das ist der Punkt, an dem Führung zu Bewusstseinspraxis wird. Wenn du erkennst, dass deine Energie endlich ist – und dass deine Präsenz mehr bewirkt als dein Perfektionismus.

Dharma-basiertes Führen heißt, dich selbst nicht zu verlieren, während du Verantwortung trägst. Es heißt, dich selbst als Teil des Ganzen zu sehen – nicht als Getriebene, sondern als Gestaltende.

Mini-Übung: 3 Minuten zurück zur Mitte

Wenn du das nächste Mal merkst, dass du unter Druck gerätst, probier das:

  1. Stopp. Lehne dich zurück. Spür den Boden unter deinen Füßen.

  2. Atme. Drei tiefe Atemzüge – bewusst ein, langsam aus. Fühle, wie dein Körper dich trägt.

  3. Frage dich:

„Was ist jetzt wirklich wesentlich?“

Diese kleine Praxis kann alles verändern. Nicht, weil sie Stress beseitigt, sondern weil sie dich zurück in die Präsenz bringt. Dort beginnt Resilienz.

Fazit: Der Weg der Mitte

Zwischen Deadline und Dharma zu leben ist kein Widerspruch. Es ist eine tägliche Einladung, dich zu erinnern: Du bist mehr als deine Leistung. Mehr als dein Output. Mehr als dein Kalender.

Resilienz in der Medienbranche heißt nicht, härter zu werden –sondern bewusster. Zu spüren, wann du loslassen darfst. Zu wissen, wann du halten musst und zu vertrauen, dass du selbst dein sicherster Ort bist.

„Handle aus deiner Mitte heraus – das ist Yoga. Das ist Dharma. Das ist Führung.“

 
 

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